Presse: Erftinale 2016

„Ziemlich beste Freunde“ siegt beim Kurzfilmfestival

Von Katrhin Höhne, Kölner Stadt-Anzeiger und Runschau, 13.12.2016

Erftstadt. Egal ob Spielfilm oder Doku, Komödie oder Drama: jedes Genre ist beim Rhein-Erft-Kurzfilm-Festival erlaubt, so lange es die technischen und zeitlichen Vorgaben erfüllt. Jeder kann mitmachen, der sich berufen fühlt. Es gibt keine Fachjury, nur das Publikum entscheidet, welcher Kurzfilm bei der Erftinale gewinnt. Das Festival wurde zum dritten Mal im zweijährigen Rhythmus vom Kulturverein Szene 93 organisiert. Am vergangenen Samstag war es wieder so weit: Elf Beiträge flimmerten im Geske-Kulturhaus über die Großleinwand. Sie standen unter dem Motto „Fremde Welten“.

Das reizte Yannik Pries, Thomas Schubert, Jan-Philipp Hellmich sowie Pavlos Papapostolou zur Kamera zu greifen, und einen persönlichen Film in Szene zu setzen. Denn wer versteht sich schon immer selbst, lautete bei ihnen das Thema unter der Überschrift „Ziemlich beste Freunde“.

In nur wenigen Minuten präsentierten sie dem Publikum in humorvoller Weise ihre Gedankenwelt. Die vier 17-Jährigen sind seit Jahren gut befreundet. So wurde die Freundschaft zum unverzichtbaren Bestandteil der Dramaturgie. Sie wurde nicht in Frage, sondern auf wenigen Quadratmetern in einem Jugendzimmer auf die Probe gestellt. Und zwar mit dem simplen Kampf um den letzten Chip auf dem Teller. Mit viel Gestik und Mimik sowie witzigen Dialogen wirken die vier Darsteller vor der Kamera ehrlich und authentisch, was auch vielen Besuchern gefiel.

„Genau darüber, wie wohl der Film auf die Leute wirkt, ob der Humor, die Überspitzung auch rüberkommt, haben wir uns viele Gedanken gemacht“, sagte Thomas Schubert, der die meisten Ideen für das Drehbuch lieferte. „Die haben wir dann immer Stück für Stück weiterentwickelt“, ergänzte Pavlos Papapostolou, auf dessen griechische Mentalität im Film immer wieder angespielt wird.

„Das Schönste an diesem Projekt war, dass sich jeder nach seinen Vorstellungen und seinem Können einbringen konnte“, resümierte Yannik Pries. „Und das Schwierigste, wenn wir lachen mussten, danach wieder konzentriert weiterzuarbeiten“, erzählte Jan-Philipp Hellmich. Für ihren Beitrag erhielten sie 350 Euro.

Große Freude gab es auch bei Sandra und Daniel Pries, Ingo Rehling und noch mal bei Yannik Pries in einer Nebenrolle. Mit dem kurzweiligen Film „Frauenhandtasche“ errangen sie den mit 150 Euro dotierten zweiten Platz. Hier amüsierten sich die Zuschauer darüber, was so alles aus einer Handtasche zum Vorschein kommen und welche Folgen das haben kann. Der dritte Platz und 100 Euro gingen mit der Produktion „Mut“ an Julian Börger und die Monte Film Gruppe.